Freitag, den 07. Juni 2019

Berufskleidung – das sind die Merkmale für Qualität

Wer zu billig kauft, zahlt schnell drauf. Stimmt für viele Dinge des täglichen Lebens – auch für das Thema Berufskleidung. Um Farbe, Form und Funktion langfristig zu erhalten, sollten Sie einige Qualitätsmerkmale bei der Anschaffung beachten. Tipps vom DBL-Experten Thomas Krause.

Qualitätsmerkmale Berufskleidung, DBL
Qualitätsmerkmale Arbeitskleidung, DBL

1. Geeignetes Material

Ein hochwertiges Gewebe bildet die Basis jeder professionellen Berufskleidung. Es entscheidet darüber, wie komfortabel sich eine Kleidung trägt, wie langlebig sie ist und wie sich die Optik nach vielen Wäschen entwickelt. Erscheint dem Träger die Kleidung zu schwer, zu warm oder zu kratzig, zieht er sie nur ungerne an.

Tipp: Reine Baumwolle ist als Naturprodukt zwar beliebt, doch nur bedingt für Arbeitskleidung geeignet. Sie knittert leicht, ist wenig formstabil, lässt sich schlecht pflegen und hält die Feuchtigkeit im Gewebe - und damit auch direkt an der Haut. So kühlt der Körper bei Schweißbildung schnell aus, was das Risiko von Erkrankungen steigert. Hier weisen Mischgewebe prinzipiell funktionelle Vorteile auf. Denn sie sind auf Grund der Kunstfaseranteile – häufig in einer Mischung 50% Polyester/ 50% Baumwolle oder auch 70 % Polyester/ 30 % Baumwolle – zumeist strapazierfähiger und somit auch langlebiger. Sie halten die Farbe und lassen sich gut waschen. Zudem führen sie Feuchtigkeit besser ab. Gleiches gilt für die in der Arbeitswelt verstärkt eingesetzten Funktionstextilien aus Fleece und Softshell. Achtung bei den beliebten Stretcheinsätzen: Achten Sie auf hochwertigen Stretch, damit einzelne Partien nicht schnell ausleiern.

2. Gute Passform

Bücken, Strecken, Heben – Berufskleidung muss den Mitarbeiter dabei unterstützen. Zudem soll sie gut sitzen und damit das Erscheinungsbild stärken. Hier ist die Schnittkunst der Berufsbekleidungsingenieure gefragt. Und die Möglichkeit, jedem Mitarbeiter die Berufskleidung in seiner individuellen Größe zu liefern.

Tipp: Achten Sie bei der Auswahl der Kollektion zunächst auf ein breites Größenspektrum. So finden Sie immer die passende Größe für ihre Mitarbeiter. Der Schnitt der einzelnen Artikel sollte ergonomisch sein und damit trotz modischem Aussehen viel Bewegungsfreiheit bieten. Beispiel sind Jacken, bei denen die Ärmel mit speziellen Bewegungsfalten ausgestattet werden, um die Bewegungsabläufe gezielt zu unterstützen. Ebenfalls beliebt sind Stretcheinsätze etwa im Bereich von Knie, Ellenbogen oder Taille, die bei einer schlanken Grundform der Kleidung dennoch viel Bewegungsfreiheit und Komfort bieten. Passform kann auch eine Frage der Arbeitssicherheit sein – etwa bei Arbeiten an beweglichen Teilen.

3. Präzise Verarbeitung

Arbeitskleidung wird hart rangenommen. Schnell ist da die Tasche ausgerissen, ein Knopf verloren oder der Reißverschluss hakt. Ärgerlich, denn schließlich erfordert die Reparatur Zeit, Geld und Organisationsaufwand. Abgesehen vom optischen Eindruck der entsteht, wenn ein Mitarbeiter in ungepflegter Kleidung arbeitet. Schauen Sie also genau hin bei Nähten, Taschen und Knöpfen.

Tipp: Doppelt genäht hält besser. Achten Sie daher auf die Nähte, die mindestens doppelt, besser noch dreifach verarbeitet sein sollten. Ein weiterer Punkt: die Taschen. Sind sie so verstärkt, dass sich Werkzeug oder Schlüssel nicht bald selbstständig machen? Schützen Riegel den Eingriff vor dem Ausreißen? Wie sind die Druckknöpfe eingesetzt – und aus welchem Material bestehen diese. Gleiches gilt für den verwendeten Reißverschluss. Und nicht zuletzt ist auch eine Frage der präzisen Verarbeitung, ob die angezeigte Kollektionsgröße der Artikel tatsächlich mit den realen Maßen übereinstimmt.

4. Funktionale Details

Ihr Team erlegt einen Job – und braucht dazu professionelle Berufskleidung, die den einzelnen Mitarbeiter durch funktionelle Gestaltung bei seinen Aufgaben unterstützt. Je nach Einsatzgebiet können diese Ausstattungsmerkmale sehr unterschiedlich sein.

Tipp: Es gibt immer etwas zu verstauen. Daher stehen Taschen in der Anforderungsliste weit oben. Mittlerweile gibt es sie bei den Jacken – neben Brust-, Seiten- und Ärmeltaschen – sogar als Rückentasche. Ein Muss ist heute die Handytasche – mittlerweile in Kombination mit speziellen Öffnungen, um das Kopfhörerkabel durchzuführen. Sinnvoll ist ein verlängerter Rücken – nicht nur, um vor Blicken zu schützen, sondern auch um die Nieren warm zu halten. Elastische Träger an Latzhosen bieten mehr Komfort. Zusätzliche Gürtelschlaufen sorgen für besseren Sitz, auch wenn die Hosentaschen einmal prall gefüllt sind. Und verdeckte Metallteile schützen die Werkstücke vor Kratzern.

5. Hochwertige Zutaten

Haltbar, leicht zu bedienen und natürlich waschbar – das gilt für die „Zutaten“ von Berufskleidung. Dies gilt für Schnallen ebenso wie für Knöpfe und Reißverschlüsse. Hier darf bei den täglichen Einsatzbedingungen und bei der Pflege nichts klemmen, rosten, schmelzen oder einlaufen.

Tipp: Reißverschlüsse sind praktisch. Doch sie dürfen bei der Verwendung in Berufskleidung keine zu kleinen Reißverschlussanhänger haben. Da im Arbeitsalltag viele Tätigkeiten mit Handschuhen durchgeführt werden, müssen die Anhänger deshalb gut greifbar sein. Sehr praktisch zudem, wenn ein Zwei-Wege-Reißverschluss an der Jacke ein Öffnen auch von unten erlaubt. So bleibt die Jacke oben dicht und unten bequem, wenn einmal im Sitzen gearbeitet wird. Gute „Bedienbarkeit“ darf aber nicht dazu führen, dass Knöpfe, Reiß- oder Klettverschlüsse bei der kleinsten Belastung aufspringen. Hier bieten z.B. doppelt verschließbare Knöpfe zusätzliche Reserven. Richten Sie ihr Augenmerk auch auf Schnallen: Hochwertige Artikel sind leicht verstellbar und halten ihre Position auch bei körperlichen Arbeiten. Verhindern so, dass die (Hosen)Träger durchrutschen.

6. Reparaturfreundlichkeit

Nichts hält ewig. Selbst die beste Berufskleidung muss irgendwann repariert werden. Um hier Kosten und Aufwand zu minimieren, eine Weiterverwendung des Artikels zu ermöglichen, muss schon bei der Auswahl der Bekleidung auf die Reparaturfreudigkeit der Teile geachtet werden.

Tipp: Taschen und Verschlüsse sind nach unserer Erfahrung die am stärksten von Reparaturen betroffenen Details der Berufskleidung. Um das defekte Teil schnell und kostenoptimiert wieder einsetzen zu können, muss die Konstruktion und die Verarbeitung des Teils reparaturfreundlich angelegt sein. Gut geplante Kollektionen sind so gestaltet, dass manuelle Arbeiten daran schnell und einfach durchgeführt werden können – auch bei einem eher komplizierten Verschluss wie dem Zipper. Und: Werfen Sie auch einen Blick darauf, ob sich Ihr Firmenlogo und das Namensemblem kostengünstig platzieren lassen.

7. Waschbarkeit/Industriewäschetauglichkeit

Berufskleidung ist oft starker Verschmutzung ausgesetzt. Öl, Fett, Farben, Schmutz, Staub, Schweiß etc. hinterlassen je nach Branche und Gewerk schnell unschöne Spuren. Deshalb muss Berufskleidung häufig in die Wäsche. Möglichst ohne schnell zu verschleißen, erhöhtes Pilling aufzuweisen oder auszubleichen.

Tipp: Werfen Sie zunächst einen Blick auf die Pflegeanleitung des Herstellers. Hier sollte vermerkt sein, dass die Berufskleidung bei mindestens 60 Grad Celsius waschbar ist. Besser noch: Der Hinweis auf Industriewäschetauglichkeit nach EN ISO 15797. Artikel, die diesen Anspruch erfüllen, sind nach speziellen Verfahren auf ihre Tauglichkeit für die industrielle Waschverfahren getestet.

8. Nachbestellmöglichkeit

Berufskleidung verschleißt. Neue Mitarbeiter werden eingekleidet. Aushilfs- oder Saisonkräfte benötigen firmenspezifische Kleidung. Darum sollte bei der Ausstattung auf langfristige Nachkaufmöglichkeit geachtet werden. Und schnelle Lieferzeiten.

Tipp: Planen Sie für die Zukunft. Mindestens 3, besser fünf bis zehn Jahre sollte mit einer bestimmten Kollektion geplant werden. Entscheiden Sie sich für den Kauf, sollte Ihnen der Lieferant entsprechende Nachkaufmöglichkeit zusichern. Besser: das textile Leasing. Hier sorgt – etwa bei der DBL – der regionale Partner dafür, dass über die gesamte Laufzeit des Vertrages die Kollektion lieferbar bleibt. Scheidet ein Mitarbeiter aus, kommt ein neuer hinzu, kümmert sich das regionale DBL-Vertragswerk flexibel um die Abwicklung. Dies gilt selbstverständlich auch für den Größentausch.

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